Bemessungszeitraum beim Elterngeld – und wie du ihn nutzt
Aus welchem Zeitraum dein Elterngeld berechnet wird, welche Monate ausgeklammert werden und warum genau das über mehrere Hundert Euro im Monat entscheiden kann.

Was ist der Bemessungszeitraum?
Der Bemessungszeitraum ist der Zeitraum vor der Geburt, aus dem die Elterngeldstelle dein maßgebliches Einkommen ermittelt. Aus diesem Einkommen errechnet sich, wie hoch dein Elterngeld ausfällt – ersetzt werden in der Regel 65 bis 67 % des wegfallenden Einkommens. Welche Monate in diesen Zeitraum fallen, ist also kein Detail, sondern der größte einzelne Stellhebel für die Höhe deines Elterngeldes.
Welcher Zeitraum für dich gilt
Welcher Zeitraum maßgeblich ist, hängt davon ab, wie du dein Einkommen erzielst (§ 2b BEEG):
Angestellte
Maßgeblich sind die zwölf Kalendermonate vor dem Kalendermonat der Geburt. Aus dem laufenden Arbeitsentgelt dieser Monate wird ein durchschnittliches Monatseinkommen gebildet – einmalige Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld zählen dabei nicht.
Selbstständige
Maßgeblich ist der letzte abgeschlossene steuerliche Veranlagungszeitraum vor der Geburt, in der Regel das Kalenderjahr – nicht die zwölf Monate. Bei Mischeinkünften gilt häufig für beide Einkommensarten das Steuerjahr.
Du bist selbstständig oder hast Mischeinkünfte? Für Selbstständige gelten beim Bemessungszeitraum und bei der Gewinnermittlung eigene Besonderheiten.
Diese Monate werden ausgeklammert
Bestimmte Monate werden bei Angestellten aus dem Zwölf-Monats-Zeitraum übersprungen. Für jeden ausgeklammerten Monat rückt ein früherer Monat nach. Das schützt deine Elterngeldhöhe, wenn in diesen Monaten weniger oder kein Einkommen da war:
- Monate mit Mutterschutz beziehungsweise Bezug von Mutterschaftsgeld.
- Monate mit einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung.
- Monate mit Elterngeldbezug für ein älteres Kind.
- Monate mit Wehr- oder Zivildienst.
Wie sich das konkret auswirkt – etwa wenn vor der Geburt Krankengeld floss – kann den Durchschnitt deutlich heben, weil ein einkommensschwacher Monat aus der Rechnung fällt und ein normaler Verdienstmonat nachrückt.
Der Hebel: warum sich Prüfen lohnt
Der Bemessungszeitraum ist der Punkt, an dem sich am meisten gewinnen oder verschenken lässt. Wer im Standard-Zeitraum wenig verdient hat – durch Teilzeit, eine längere Krankheit oder Elternzeit für ein erstes Kind –, sollte genau prüfen (lassen), ob sich Monate ausklammern lassen oder welcher Zeitraum überhaupt gilt. Im günstigsten Fall macht das mehrere Hundert Euro pro Monat aus, über die gesamte Bezugsdauer schnell einen vierstelligen Betrag.
Den Zeitraum frei verschieben kannst du nicht – er ergibt sich aus dem Gesetz. Aber die Ausklammerung musst du belegen und im Antrag richtig angeben, sonst rechnet die Elterngeldstelle einfach mit den zwölf Monaten vor der Geburt. Genau hier passieren die teuersten Flüchtigkeitsfehler.
Häufige Fragen zum Bemessungszeitraum
Was ist der Bemessungszeitraum beim Elterngeld?
Der Bemessungszeitraum ist der Zeitraum vor der Geburt, aus dem die Elterngeldstelle dein maßgebliches Einkommen ermittelt. Aus diesem Einkommen errechnet sich, wie hoch dein Elterngeld ausfällt. Bei Angestellten sind das die zwölf Kalendermonate vor dem Monat der Geburt, bei Selbstständigen in der Regel das letzte abgeschlossene Steuerjahr vor der Geburt.
Welcher Zeitraum gilt für Angestellte?
Für Angestellte zählen die zwölf Kalendermonate vor dem Kalendermonat der Geburt. Maßgeblich ist das in diesem Zeitraum erzielte laufende Arbeitsentgelt – einmalige Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld bleiben außen vor. Bestimmte Monate können dabei ausgeklammert werden, wodurch ein früherer Monat in den Zwölf-Monats-Zeitraum nachrückt.
Welche Monate werden aus dem Bemessungszeitraum ausgeklammert?
Übersprungen werden Monate mit Mutterschutz beziehungsweise Bezug von Mutterschaftsgeld, Monate mit einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung, Monate mit Elterngeldbezug für ein älteres Kind sowie Monate mit Wehr- oder Zivildienst. Für jeden ausgeklammerten Monat rückt ein früherer Monat in den Zeitraum nach – so schützt die Ausklammerung deine Elterngeldhöhe, wenn in diesen Monaten weniger Einkommen da war.
Was gilt für Selbstständige?
Bei Selbstständigen ist nicht der Zwölf-Monats-Zeitraum maßgeblich, sondern der letzte abgeschlossene steuerliche Veranlagungszeitraum vor der Geburt – in der Regel das Kalenderjahr. Bei Mischeinkünften, also selbstständig plus angestellt, gilt häufig auch für das Angestellten-Einkommen das Steuerjahr.
Kann ich den Bemessungszeitraum verschieben, um mehr Elterngeld zu bekommen?
Den Zeitraum frei wählen kannst du nicht. Aber wer im Standard-Zeitraum wenig verdient hat – etwa wegen Teilzeit, Krankheit oder Elternzeit für ein erstes Kind – sollte prüfen lassen, ob sich Monate ausklammern lassen oder welcher Zeitraum gilt. Das kann mehrere Hundert Euro im Monat ausmachen.
Welcher Zeitraum bringt dir am meisten?
Ob sich bei dir Monate ausklammern lassen und welche Variante optimal ist, rechnen wir kostenlos durch. Du zahlst erst bei Auftrag, mit Geld-zurück-Garantie.
Hinweis: elterngeld.app ist ein privater Service und keine Behörde. Den Elterngeldantrag kannst du auch direkt und kostenlos bei deiner zuständigen Elterngeldstelle stellen. Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.