Elterngeld in der Steuererklärung
Elterngeld ist steuerfrei – erhöht über den Progressionsvorbehalt aber deinen Steuersatz. Warum es trotzdem in die Steuererklärung gehört, wann eine Nachzahlung droht und wie du dich vorbereitest.

Ist Elterngeld steuerpflichtig?
Das Elterngeld selbst bleibt steuerfrei – es wird nicht direkt besteuert. Es unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt: Bei der Steuererklärung wird das Elterngeld rechnerisch zu deinem übrigen Einkommen hinzugerechnet, um deinen persönlichen Steuersatz zu bestimmen. Dieser etwas höhere Satz wird dann nur auf dein tatsächlich zu versteuerndes übriges Einkommen angewendet – nicht auf das Elterngeld. Es wird also nicht „besteuert“, sondern wirkt nur über den Steuersatz.
So funktioniert der Progressionsvorbehalt
Der Progressionsvorbehalt ist im Einkommensteuergesetz geregelt – § 32b EStG, nicht im BEEG. Die Logik in drei Schritten: Zuerst wird das Elterngeld zum übrigen zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet. Aus dieser Summe ergibt sich ein höherer Steuersatz. Dieser höhere Satz wird anschließend auf das übrige Einkommen angewendet – das Elterngeld bleibt dabei außen vor. Ergebnis: Auf dein übriges Einkommen kann mehr Steuer anfallen, weshalb es nach einem Elterngeldjahr häufig zu einer Nachzahlung kommt.
Bist du zur Steuererklärung verpflichtet?
Meistens ja. Wer im Kalenderjahr Lohnersatzleistungen von mehr als 410 € bezieht, ist verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben – und Elterngeld zählt zu diesen Lohnersatzleistungen. Da das Elterngeld diese Grenze fast immer überschreitet, gilt die Pflichtveranlagung für die allermeisten Elterngeldbeziehenden. Wie hoch dein Elterngeld überhaupt ausfällt, kannst du vorab in unserem Ratgeber Wie viel Elterngeld nachlesen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Elterngeld ist steuerfrei und wird nicht direkt besteuert.
- Es erhöht über den Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG) nur deinen Steuersatz.
- Über 410 € Lohnersatzleistungen im Jahr besteht Pflicht zur Steuererklärung.
- Auf das übrige Einkommen kann mehr Steuer anfallen – plane eine Rücklage für eine mögliche Nachzahlung ein.
- Ein rechtzeitiger Steuerklassenwechsel vor der Geburt kann das Elterngeld-Netto erhöhen – er muss früh genug erfolgen.
Arbeitest du während des Bezugs? Beim Zuverdienst wirkt sich dein Einkommen zusätzlich auf die Höhe des Elterngelds aus – ein weiterer Grund, die Steuerseite früh mitzudenken.
Häufige Fragen zu Elterngeld & Steuer
Muss ich Elterngeld versteuern?
Nein – Elterngeld ist selbst steuerfrei und wird nicht direkt besteuert. Es unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG: Es wird rechnerisch zum übrigen Einkommen hinzugerechnet, um deinen persönlichen Steuersatz zu bestimmen. Dieser höhere Satz wird dann nur auf dein tatsächlich zu versteuerndes übriges Einkommen angewendet.
Was bedeutet Progressionsvorbehalt beim Elterngeld?
Der Progressionsvorbehalt erhöht deinen Steuersatz, ohne das Elterngeld selbst zu besteuern. Das Elterngeld wird nur dazugezählt, um den Satz zu ermitteln; dieser Satz gilt dann für dein übriges zu versteuerndes Einkommen. Geregelt ist das im Einkommensteuergesetz (§ 32b EStG), nicht im BEEG. Praktisch fällt auf dein übriges Einkommen oft etwas mehr Steuer an.
Bin ich verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben?
In der Regel ja. Wer im Kalenderjahr Lohnersatzleistungen von mehr als 410 € bezieht – dazu zählt das Elterngeld –, ist verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Da das Elterngeld diese Grenze fast immer überschreitet, betrifft die Pflichtveranlagung die meisten Elterngeldbeziehenden.
Warum kommt es nach dem Elterngeld oft zu einer Nachzahlung?
Weil der Progressionsvorbehalt deinen Steuersatz auf das übrige Einkommen anhebt, ohne dass darauf während des Jahres entsprechend mehr Lohnsteuer einbehalten wurde. Die Differenz wird mit der Steuererklärung fällig. Eine kleine Rücklage für eine mögliche Nachzahlung ist deshalb sinnvoll – wie hoch sie ausfällt, hängt von eurer Einkommenssituation ab.
Kann ich durch einen Steuerklassenwechsel mehr Elterngeld bekommen?
Ein rechtzeitiger Steuerklassenwechsel vor der Geburt kann das für die Berechnung maßgebliche Netto und damit das Elterngeld erhöhen. Wichtig ist der Zeitpunkt: Der Wechsel muss früh genug erfolgen, damit er im Bemessungszeitraum wirkt. Das ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung.
Hol das Maximum aus deinem Elterngeld heraus
Welche Aufteilung bringt dir am meisten – und worauf solltest du steuerlich achten? Wir rechnen deine optimale Variante kostenlos durch. Du zahlst erst bei Auftrag, mit Geld-zurück-Garantie.
Hinweis: elterngeld.app ist ein privater Service und keine Behörde. Den Elterngeldantrag kannst du auch direkt und kostenlos bei deiner zuständigen Elterngeldstelle stellen. Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.